Felicitas Lensing-Hebben - Portrait

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Interview
 
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Könntest du dich bitte kurz vorstellen?
Als letztes von 14 Kindern wuchs ich auf einem Gutshof am Niederrhein auf. Nach dem Abi ließ ich mich von meinen Eltern und einigen Geschwistern überreden einen "vernünftigen" Beruf zu wählen und meinen Traum Kunst zu studieren aufzugeben. Ich wurde Vorexaminierte Apothekerin und erlebte nach 15 Jahren im weissen Kittel!!! eine existentielle Krise d. h. ich suchte nach dem Sinn meines Lebens! Alles begann mit einer Zeitungsannonce: Drehen auf der Töpferscheibe bei einer Düsseldorfer Künstlerin.
MEIN Weg begann. Ich studierte 12 Semester KERAMIK DESIGN bei Prof. Crumbiegel auf der Fachhochschule in Krefeld. Voller Leidenschaft und Neugier absolvierte ich alle Prüfungen und arbeitete schon während des Studiums in eigenem Atelier.


Was hat dich inspiriert deinen Beruf an den Nagel zu hängen und dich Selbständig zu machen?
Diese Antwort ergibt sich, finde ich, aus meiner "Einführung". 


Woher kommen deine Materialien bzw. Rohstoffe?
Die Erde, mit der ich arbeite, beziehe ich aus Höhrgrenzhausen, einem bekannten Keramikzentrum.


Was reizt dich an der Arbeit mit Erde?
Mich reizt die Freiheit ohne vorhandene Form aus dem Nichts etwas Neues entstehen zu lassen. Die weiche, formbare Erde lässt mich meine Zeichen und Themen finden.
Ich spiele mit Erde,Wasser, Feuer und Luft .


Wie lange benötigst du für eine dieser großen Skulpturen?
Die Abgeschiedenheit und die Stille in meinem Atelier sind die Basis für mein Arbeiten. Zu Beginn des Tages führe ich einige Rituale durch wie einen Gongschlag in meiner Skulpturenhalle und das Anzünden von Kerzen. Ich modelliere mit dem Material, presse, schlage, knete und lasse die ersten Erd-Räume entstehen. Dabei höre ich gern Musik- am liebsten Messen. Eine große Stele besteht aus 8 Hohlkörpern, so wie wir aus 8 Kopflängen bestehen-nach Leonardo da Vinci. Nach 3 bis 4 Wochen steht eine Größe von 2.30m bis 2.80m vor mir. Nach dem Trocknungsprozess trage ich mit großen Pinseln Farbpigmente auf und lege die Elemente ins Feuer bis zu einer Temperatur von 1120 Grad. Dort bleiben sie 3 Tage.


Wo liegen die Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Fertigung einer Skulptur dieser Größe?
Die langjährige Erfahrung und der Umgang mit dem Material ist ein großer Schatz! Ich suchte und fand Nut und Feder als Verbindungsmöglichkeit, doch diese Technik erfordert absolute Präzision.  Der Trocknungsprozess der Erde muss langsam geschehen und alle Elemente müssen von Anfang bis Ende aufrecht aufeinander als Ganzes stehen.


Neben der Erstellung von Plastiken widmest du dich dem Feld der Malerei, erzähl uns mehr davon.
In meiner Malerei lasse ich mich von der Vielfalt der Farben inspirieren. Es erscheint mir wie ein Fest, wie ein Tanz ohne Vorgabe eines Themas mein inneres Thema zu finden.
Gern zeichne ich mit gefundenen Hölzern, die ich in farbige Tusche eintauche und mit beiden Händen gleichzeitig über das Papier tanzen lasse. Auf der Insel Karpathos, wo ich 3 Monate arbeiten durfte, hielt ich die noch feuchten Papiere in den starken Wind und die frisch gemalten Leinenlappen ins Meerwasser.


Bei einigen Bildern benutzt du ein Umdruckverfahren. Was können wir uns darunter vorstellen?
Ich modelliere mit Erde Formen, die ich bemale und auf Papier drucke, wenn sie noch weich sind, so dass sich bei jedem neuen Druck die Form verändert. Spannend ist dabei, dass sich die Erde mit der Farbe verbindet und teilweise Erdreste auf dem Papier erscheinen.


Verfolgst du während deinen Arbeiten einen “Plan” oder kommen dir die Inspirationen spontan?
Ich lasse mich von dem Material inspirieren und sehe an dem Enstandenen, dass meine inneren Themen in der Form zu erkennen sind.


Verfolgen deine Arbeiten ein “Hauptthema” oder ist die Intention deiner Arbeiten eher spontaner Natur?
Ein Hauptthema ist die innere Haltung des Menschen. Mein Anliegen ist einen Ausdruck zu finden für die Hülle, das Gehäuse dessen, was nicht darstellbar ist. 
"In ihrer archetypischen Charakterisierung verweisen ihre Arbeiten auf etwas jenseits der irdischen Existenz. Aus etwas konkret Fassbarem wie TonErde schafff Felicitas Lensing- Hebben Unantastbares." Jutta Saum


Was schätzt du am Düsseldorfer Umfeld?
Ich schätze die Lebendigkeit und Dörflichkeit des Viertels.


Beschreibe deine Tätigkeit in 3 Worten?
Voller Vertrauen und Hingabe meinen Weg gehen...


Wie sehen deine weiteren Pläne aus?
"Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten" Hilde Domin


Nenne uns etwas ohne, dass du nicht Leben könntest?
Ich möchte ohne meinen Gong nicht leben.


Dein Lieblingsplatz in Düsseldorf?
Der Wald ist mein Lieblingsplatz.


Dein Hauptcharakterzug?
meine Lebensfreude


Dein größter Fehler?
Ich bin zu spontan.


Was wäre für Dich das größte Unglück?
Das größte Unglück wäre für mich krank zu werden.


Hast du ein Vorbild?
Nein


Wie geht es dir heute?
Ich genieße die Fülle des Augenblicks.



Felicitas Lensing Gebben - Atelier: Ackerstraße 144 - 40233 Düsseldorf
E-Mail: atelier @ felicitas-lensing-hebben.de | Homepage:  www.felicitas-lensing-hebben.de |www.duesseldorferkünstlerinnen.de


Interview & Fotografie: Tobias Herx, Christian Laskawi

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