Christoph Wilde - Portrait

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Interview

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Könntest du dich bitte kurz vorstellen?
Mein Name ist (wie aus demjenigen meines Antiquariats unschwer zu erraten ist) Christoph Wilde. Geboren wurde ich vor immer längerer Zeit in Bayern (dort, wo es am tiefsten ist), wo ich aber nur bis zum Erreichen meiner Volljährigkeit ausharrte, bevor ich – nach einem studienbedingten Aufenthalt in Tübingen – schließlich nach Düsseldorf verschlagen wurde, wo es mir so gut gefiel, daß ich bis heute keinen triftigen Grund sah, weiterzuziehen...


Seit längerem wird über darüberüber diskutiert wie und ob die neuartigen Literaturformen, 
wie elektronische Bücher oder Hörbücher den Literaturmarkt verändern. 
Teilst du die Befürchtung des Untergangs des gedruckten Buches?
Ich bin Realist genug, zu erkennen, daß die digitale Revolution, die uns in den letzten Jahrzehnten überrollt hat, sich vom auratischen Nimbus des gedruckten Wortes nicht beeindrucken lassen wird, zugleich aber Romantiker genug, darauf zu vertrauen, daß es auch in Zukunft Menschen geben wird, die gleich mir auf die haptische Präsenz des Buches als einzigartige Speicher- und Darreichungsform eines Textes nicht verzichten möchten. Und auch die anderen werden sich möglicherweise eines Tages danach zurücksehnen, die Seiten dessen, was in grauer Vorzeit ein schönes Buch geworden wäre, inzwischen aber zum schnöden Datensatz verkommen ist, tatsächlich „live“ und nicht nur virtuell umblättern zu dürfen.


Verspürst du eine Konkurrenzsituation Online-Handel, beispielsweise von Amazon.de oder hast du dich auf eine Nische spezialisiert, 
die nicht von den “Mainstream-Händlern” abgedeckt wird?
Der Online-Handel ist inzwischen die Haupteinnahmequelle des Antiquars, da die herkömmlichen JägerInnen und SammlerInnen alter Schule vom Aussterben bedroht scheinen; insofern bin auch ich als Wald-und-Wiesen-Antiquar lediglich ein weiterer Karpfen in diesem Hechtteich des Mainstreams, der aber gleichwohl bis dato genügend Untiefen und Klippen aufweist, hinter denen ich mein Auskommen fristen kann.


Wie sieht deine Ziel- oder Altersgruppe der Kundschaft aus?
Wie es auf den altmodischen Brettspielen steht: „Geeignet für Leser von Acht bis Achtzig“ („Lesen – Ein Spiel für die ganze Familie“).


Hast du persönlich eine literarische Lieblingsepoche?
Vor den Zwang zur Wahl gestellt, würde ich mich zuletzt wohl für die klassische Moderne entscheiden.
Falls Du die Möglichkeit und den Willen hättest einen Literaturtitel selber zu verfassen, welche Literaturform würde es dann sein?
Ich empfinde eher prosaisch als lyrisch.


Was schätzt du am Düsseldorfer Umfeld?
Fangfrage (welchen Honig hätten Sie denn gerne um den Bart geschmiert?) – aber tatsächlich finde ich den hiesigen Menschenschlag und seine offene Art sympathisch.


Beschreibe deine Arbeit in 3 Worten?
Schöner schuften dürfen.


Wie sehen deine weiteren Pläne aus?
Ruhig schneller und höher, aber vor allem weiter.


Nenne uns etwas ohne, dass du nicht Leben könntest ?
In der Tat fällt es mir schwer, mir ein Leben ohne Bücher vorzustellen.


Dein Lieblingplatz in Düsseldorf?
Die Birkenstraße Hausnummer 48?


Dein Hauptcharakterzug?
Zähigkeit?


Dein größter Fehler?
Das sollen andere entscheiden.


Was wäre für Dich das größte Unglück?
Blindheit.


Hast du ein Vorbild?
Jeden, der in dem von mir gewählten Beruf sein Auskommen findet.


Wie geht es dir heute?
Unverändert.


Dein Abschlusskommentar?
Bitte umblättern...

 

Antiquariat Christoph Wilde -  Birkenstraße 48 - 40233 Düsseldorf
Telefon: (0211) 59 80 95 71 - E-Mail: antiquariat-wilde @ web.de




Interview & Fotografie: Tobias Herx, Christian Laskawi.

 

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