Yvonne Firdaus - Portrait

yvonnefirdaus3
Geschäftsführerin von Coworking Space GarageBilk
 

buntimKopf.de war zu Besuch bei Yvonne Firdaus, der Gründerin und Geschäftsführerin von Garage Bilk, einem "Coworking Space” in Düsseldorf. Coworking Spaces bieten Start-Ups, Freiberuflern, Studenten oder anderen außer Haus Arbeitenden einen Arbeitsplatz außerhalb des eigenen Zuhauses an. Eine geregelte Arbeitsatmosphäre, Besprechungsräume, Küche und nette Coworker und nicht zu unterschätzen, einem Feierabend. Damit Ihr einen Eindruck bekommt, haben wir wie immer jede Menge Bilder geschossen. Yvonne hat sich bereitwillig unseren Fragen gestellt. Das Interview findet ihr am Ende der Fotostrecke.

Wir verlosen bei dieser Gelegenheit 3x ein Tagesticket für den Coworkingspace. Wenn Ihr Interesse habt mal einem Tag dort zu verbringen,
dann schreibt uns an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - Einsendeschluss ist der 15. November 2012. Mehr Informationen findet ihr weiter unten im Portrait. 


DAS GEWINNSPIEL IST BEENDET - die Gewinner werden in den kommenden Tagen benachrichtigt.


zuminterview


yvonne firdaus_garagebilk-066

 yvonne firdaus_garagebilk-021

yvonne firdaus_garagebilk-023

yvonne firdaus_garagebilk-034

yvonne firdaus_garagebilk-010

yvonne firdaus_garagebilk-012

yvonne firdaus_garagebilk-001

yvonne firdaus_garagebilk-005

yvonne firdaus_garagebilk-006

yvonne firdaus_garagebilk-077

yvonne firdaus_garagebilk-038

yvonne firdaus_garagebilk-039

yvonne firdaus_garagebilk-036

yvonne firdaus_garagebilk-031

yvonne firdaus_garagebilk-018

yvonne firdaus_garagebilk-019

yvonne firdaus_garagebilk-065

yvonne firdaus_garagebilk-059_u_62

yvonne firdaus_garagebilk-063

yvonne firdaus_garagebilk-064

yvonne firdaus_garagebilk-061u58

yvonne firdaus_garagebilk-053

yvonne firdaus_garagebilk-056

yvonne firdaus_garagebilk-057

yvonne firdaus_garagebilk-069

yvonne firdaus_garagebilk-070

yvonne firdaus_garagebilk-071

yvonne firdaus_garagebilk-035

yvonne firdaus_garagebilk-073

yvonne firdaus_garagebilk-074

yvonne firdaus_garagebilk-075



Interview

 yvonnefirdaus2

Wie bist Du die geworden, die Du heute bist?
Mir wird nachgesagt ich sei ein waschechter Skorpion, eifersüchtig, analytisch, leidenschaftlich, willenstark, unnachgiebig... etc.; keine weiteren Kommentare. Geboren als Yvonne Schulz, mit 22 Jahren nach dem Besuch unzähliger Schulen und miserablen Noten, eine Besserung in Sicht, der Besuch der Höhere Handelsschule, Ausbildung zur Industriekauffrau und anschließendes Studium der Sozialpädagogik an der FH Niederrhein. Da fühlte ich mich dann zum ersten Mal irgendwie richtig. Das Lernen fiel mir leicht, alles machte plötzlich Sinn und war ganz logisch. Bis zu einer Überseereise war ich fest entschlossen mich als Supervisorin und im Bereich des Psychodrama weiterzubilden.
Der balinesische Hinduismus kam mir jedoch in die Quere und forderte seinen Tribut. Es folgten 13 Jahre leben und arbeiten in Indonesien. Die Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Thema Tod faszinierte mich. Auch das satte Grün der Reisfelder, sowie ein Leben in tatsächlicher Eigenverantwortung, ohne Sicherheiten und "learning by doing" kam meiner Sehnsucht entgegen. Die Liebe, auch sie fehlte nicht und so heiratete ich einen Acehnesen aus Sumatra. Alles in Allem, eine gute Mischung ;-)
Nachdem ich zunächst mit kleinen deutschen Touristengruppen arbeitete, eröffnete ich auf der Insel Bali 1998 ein Möbelgeschäft, in dem ich laminierte Möbel u.a. mit Kokosnußschalen, designte und vetrieb. Der 11. September hinterließ seine Spuren auch in Indonesien und ich ließ mich bei einer italienischen Produktionsfirma für Leuchten einstellen und errichtete dort ein Kunstharzlabor. Dann, 2003 als "Reserach & Development Managerin" eingestellt bei einer britischen Eco-Label-Fashion Designerin, durch die der erste Kontakt mit dem Thema Sustainability zustande kam. Spannend dachte ich, das will ich irgendwie machen. Anfang 40 und auf der Suche nach neuen Herausforderungen nahm ich das Fernstudium "Sustainable Development" am Imperial College in London auf.
Ich arbeitete parallel zum Studium zu 50% an einem EU-geförderten Asia-Invest-trade-development-Projekt mit und die anderen 50% bei einer Consulting-Group, mit dem Schwerpunkt nachhaltiger Entwicklungsprojekte. Nach einem Jahr, indem ich theoretisch, wie auch praktisch so viel gelernt hatte wie in den letzten 10 Jahren, war ich überarbeitet. Eine Entscheidung musste her, einigen lokalen Umständen gegenüber müde geworden, u.a. dem Arbeiten unter der Korruption, und der Überlegung meiner eigenen Entwicklungsmöglichkeiten, sowie der meiner Kinder (ich war zu dem Zeitpunkt 8 Jahre nicht mehr in Europa gewesen), traf ich die Entscheidung das Studium weiterzuführen, die Jobs an den Nagel zu hängen und nach Europa umzusiedeln.
Es ist Ende 2005 als ich mit meinen 2 Kindern, die beide der deutschen Sprache nicht mächtig waren und einem indonesischen Kindermädchen, welches uns noch für 3 Monate unterstützte, in Düsseldorf landete. Das Wetter kalt, Nieselregen und eben ungemütlich. Das war mir egal, Sonne hat ich lange genug genossen und freute mich auf das neue Leben!
Während meine Kinder ein halbes Jahr an deutschen Regelschulen einen Deutschland-Crash-Kurs erlebten, setzte ich mein Studium fort und arbeite in einem Gesundheitsunternehmen im Qualitätsmanagement mit dem Schwerpunkt “Nachhaltige Geschäftsentwicklung”. Die Tatsache, dass das Kindermädchen längst wieder in heimischen Gefilden war und das tägliche Schulende meiner Kinder immer wieder eine Überaschung für mich darstellte, machten mir das Studium und Arbeitsleben sehr schwer. Als ich meinen Nachwuchs mit Stipendien ausgerüstet, an einer internationalen Ganztagsschule unterbringen konnte, hatten wir alle wieder neue Möglichkeiten.
Im November 2011 eröffnete ich den ersten Coworking Space in Düsseldorf und im Oktober 2011 beendete ich mein Studium. Yvonne Firdaus, Geschäftsführerin des Coworking Spaces GarageBilk, 46, zwei Kinder (17 & 15).


Der Begriff "Coworking" und neue, innovative Arbeitsformen werden immer bekannter, wann bist du damit zum ersten Mal in Berührung gekommen?
Von Coworking habe ich zum ersten Mal durch mein Zweitstudium erfahren. In einem der vielen Module, die ich so lesen musste... Sofort war ich Feuer & Flamme für das Konzept. Daraufhin habe ich mich quer durch das Thema gelesen und verfolgte alle gängigen Foren, die es dazu gab.


Gibt es eine Gründungsgeschichte des Coworking Spaces GarageBilk?
Ja klar, einen Coworking Space alleine auf die Beine zu stellen... das kann nicht klappen, dachte ich mir, zudem passt es ja auch nicht zum Konzept. Mir fehlten natürlich lokale Kontakte, einerseits um selbst Mitstreiter zu suchen, aber andererseits auch um im Idealfall eine Anknüpfung an eine schon bestehende community zu haben. Für mich war von Anfang an klar, dass ich den Space in Düsseldorf eröffnen wollte. Nach einer Recherche konnte ich gar nicht glauben, dass es so etwas hier noch nicht gab. Dauerhaft ungläubig, checkte ich immer wieder mal das Internet nach den Suchbegriffen: "Düsseldorf" und "Coworking" und dann fand ich plötzlich diesen Aufruf: "Wir wollen einen Coworking Space in Düsseldorf".
Alle Interessierten wurden zu einem informellen Treffen am 19.08.2010 eingeladen. Die Internetagentur Blanko meldete sich per Twitter, um den Raum, Getränke und W-LAN für dieses Treffen zur Verfügung zu stellen.
Leider verpasste ich dieses erste Treffen, las aber später das 23 Teilnehmer daran teilgenommen hatten. Maßgeblich beteiligt waren Markus Lezaun, Geschäftsführer von Blanko, die Gasmotorenfabrik in Köln, sowie Michael Zirlewagen von der Initiative für Coworking in Köln, die über ihre bisherigen Erfahrungen berichteten. Reges Interesse wurde bekundet und es fanden sich viele, die bereit waren sich aktiv einzubringen, hieß es. Blanko deutete bereits an, dass die für das Treffen zur Verfügung gestellten Räume grundsätzlich auch für die Idee des Coworkings offen stünden.
Am 31.08.10 war dann das zweite Treffen und ich war dabei. Es waren 25 Teilnehmer dabei. Nach einigen Diskussionen über Coworking an sich und wie Coworking in Düsseldorf aussehen müsste, fragte ich mich ob hier jetzt Macher oder Nutzer oder beides zusammen sitzen. Nachdem ich diese Frage gestellt hatte, hatte ich eine eindeutige Antwort.
Es gab 5 potentielle Nutzer, 19 Interessierte und eine Macherin und das war ich. Wow, das überraschte nicht nur mich, sondern auch alle anderen. Was nun, suchte ich doch ein Team. Weitermachen, treffen, diskutieren, vielleicht ergibt sich etwas "beim gehen", dachte ich mir.
Es folgten nun regelmäßige Meetings über drei Monate in denselben Räumen und es formte sich ein neunköpfiges Gründerteam heraus. Wir arbeiteten gemeinsam an dem GarageBilk Konstrukt und zu acht firmten wir dann als UG & Co.KG, mit mir als Komplementär der GarageBilk. Obwohl vom Gründungsteam nur noch 2 Mitglieder nach der Eröffnung kontinuierlich mitarbeiten, wäre der Aufbau ohne das engagierte Team nicht möglich gewesen.
Notwendig und wertvoll war der Erfahrungsaustausch mit der Initiative Köln, die Entwicklung des Logos, die Errichtung einer Homepage und anderen Social-Media Kanälen, lokale Kontakte aus Düsseldorf, die bezahlbaren vorhandenen Räumlichkeiten, einem Darlehen seitens der Firma Blanko und einer kleinen Anschubfinanzierung durch die Wirtschaftsförderung Düsseldorf. Ende November 2010 feierten wir Eröffnung!


Was sind deine Aufgaben als Geschäftsführerin eines Coworking Spaces?
Puh, das ist ganz schön viel, ich versuche jetzt mal eine ganz strukturierte Antwort zu geben. Der Betrieb der GarageBilk unterteilt sich in zwei Bereiche. Auf der einen Seite ist da der Space, der zum Leben erweckt und mit immer neuem Leben gefüllt werden will und auf der anderen Seite steht die Firma, die die GarageBilk betreibt, welche ebenfalls aufgebaut und verwaltet werden muss und das wirtschaftliche Rückgrat der Unternehmung ist. Dabei geht es für mich vor allem um Fragen des Prioritätentsetzens und der Zeiteinteilung.
Der Space: Er stellt die räumliche Reflektion unserer Ideen und Werte dar, und der Coworker kommt hier am direktesten in Kontakt mit dem Thema Coworking. 

Meine Aufgaben:

  • Host, d.h. Gastgeber der GarageBilk sein 
  • Vergabe klassischer Hausmeisteraufgaben 
  • Waren-Management 
  • Instandhaltung der Hardware
  • Sicherstellen von Sauberkeit und Hygiene
  • Einteilung der Hosts 
  • regelmäßige Prüfung der Barkasse 
  •  Sicherstellung des reibungslosen täglichen Ablaufes 

Die Firma GarageBilk:  Administration und das Verwalten der Geschäfte. 

Dazu zählt:

  • Verwalten & administrieren der Verträge
  • Finanzmanagement

Kommunikation (außen & innen)/Host/community building

  • Pflege unserer Social Media Kanäle, News/Events/Kommentare
  • Newsletter Redaktion / Texte auf Werbeträgern erstellen
  • Pressemeldungen verfassen
  • Bearbeitung von Anfrage an die GarageBilk

Anmerkung: Oliver Vaupel (http://ovau.de), Mitgründer und erster Coworker der GarageBilk übernimmt regelmäßig unsere Social-Media-Kommunikation und erstellt alle gedruckten Werbemittel.

Eventmanagement:

  • Teilnahme an Veranstaltungen, die sich im Themenbereich neue Formen der Arbeit, Coworking, Nachhaltigkeit und Gründung bewegen
  • Koordination von Veranstaltungen
  • organisatorische Umsetzung der inhaltlichen Details von Events

Anmerkung: Da wir bis jetzt keinen extra Eventraum haben ist das unser Open Space, der dann für Events regelmäßig für einen Abend mal schnell umgebaut werden muss.

Produktentwicklung:

  • Marketing Feedbacks einholen und auswerten
  • Produkte anpassen und entwickeln
  • Aktive Teilnahme in der Coworking Szene
  • Pressemappe, sowie Geschäftsberichte erstellen & aufbereiten
  • Kooperationen aufbauen

Anmerkung: Die Internetagentur "Blanko" (www.blanko.biz) ist kontinuierlicher Untrerstützer der GarageBilk.

Die GarageBilk ist noch nicht in der Lage Personal einzustellen, deshalb arbeite ich sicher nicht so strukturiert wie ich es gerne hätte.
Ich fühle mich eher wie eine Feuerwehr, aber es macht viel Spaß und ich lerne eine ganze Menge dazu!


Die Konkurrenz unter den Coworking Spaces nimmt zu, wie siehst du die Zukunft vom Co-Working in der Region Düsseldorf?
Bei allem gibt es Vor- und Nachteile. Der erste Coworking Space in Düsseldorf zu sein, hat auf jeden Fall Vorteile für unsere Pressearbeit. Dennoch hat sich auch in anderen Städten wie Berlin oder Köln gezeigt, dass es durchaus positiv ist mehrere Coworking Spaces in einer Stadt zu haben. Gemeinsam kann man immer mehr erreichen als allein und Coworker haben mehr Auswahl. Das Thema Coworking in einer Stadt so lange allein nach vorne zu bringen ist nicht einfach, mehrere Spaces in einer Stadt könnten gemeinsame Lobbyarbeit betreiben und das würde ganz andere Möglichkeiten bieten, relevante Themen zu positionieren, wovon dann alle Coworking Spaces und Coworker profitieren.
Die GarageBilk ist am gezielten Austausch und sinnvollen Vernetzungen interessiert und darin auch recht aktiv. Wichtig ist uns die Teilnahme am Netzwerktreffen der Coworking Space Betreiber NRW, "Coworking Week" oder auch an den "Coworking Europe" Konferenzen. Ich komme zum Beispiel gerade vom Coworking Germany Barcamp, der zukünftige Fokus in folgenden Themen gesehen wird:

  • Die Kommunikation der Coworking-Szene mit neuen Akteuren aus öffentlicher Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Unternehmen. 
  • Coworking-Werte Diskussion (Zusammenarbeit, Offenheit, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft & Zugang) und wie sie im Alltag gelebt werden.
  • Die Frage nach dem Sinn von überregionaler Vernetzung in der Coworking-Szene mit Fokus auf Skillsharing und Lobbyarbeit.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Spaces in der Regel recht stark in ihrer Ausrichtung voneinander und liegen ja meist auch nicht Tür an Tür. Die Medienstadt Düsseldorf ist groß genug für ein paar mehr Coworking Spaces, da bin ich mir sicher. Seit ein paar Monaten gibt es ja zum Beispiel das K-LAN in Düsseldorf-Heerdt. Hier fand im Vorfeld ein intensives Austauschgespräch statt, bis hin zu dem Angebot dort als Betreiber unternehmerisch einzusteigen. Dann gab es Bestrebungen einer Community in Flingern ein Coworking Space zu eröffnen, was jedoch aus privaten Gründen der Initiatorin nicht zustande kam. Es ist nur eine Frage der Zeit wann weitere Coworking Spaces im Dorf an der Düssel eröffnen. Wir freuen uns jedenfalls über einen konstruktiven Austausch und die gemeinsame Bearbeitung von Schnittmengen.


Neben der GarageBilk hast Du weitere Projekte initiiert, wie zum Beispiel das erste FabLab in Düsseldorf und den Düsseldorfer Nachhaltigkeitstreff. Was ist Deine Motivation und was können wir uns unter diesen Initiativen vorstellen?
Meine Motivation ist mein “roter Faden“ und der Wunsch ins “Tun” zu kommen.
Der rote Faden heißt Stadtentwicklung, Interdisziplinarität, Vernetzung und Nachhaltigkeit. Es ist schön spannende Bücher über Zukunftstechnologien, alternative Wirtschaftssysteme usw. zu lesen und überhaupt, lernen ist ein toller Luxus, aber wenn ich davon dann nichts umsetze, bin ich total unzufrieden und was soll man dann mit dem vermeintlichen Wissen? Wem nützt das? Deswegen „Tun“!

Das FabLab Düsseldorf (fabrication laboratory/Fertigungslabor) ist ein gemeinnützig organisierter Verein und liegt direkt unter den Räumen der GarageBilk. Es ist eine offene Werkstatt, die digitale Produktion, Handwerk und Elektronik miteinander verbindet. Die Grundidee basiert auf offenem Zugang (unabhängig von Vorkenntnissen, Alter, Herkunft usw.) Wissensteilung, sowie der Überzeugung der Schwarmintelligenz (Weisheit der Masse). Hier können Hobbybastler, Techniker, Wissenshungrige, Tüftler und Ingenieure gemeinsam etwas entwickeln. Es können neue kreative Zentren entstehen und die werden zu innovativen und originellen Gemeinschaften. Man braucht inzwischen einfach kein ganzes Unternehmen mehr um seine Ideen zu verwirklichen. Es werden Gegenstände mit Profigeräten wie 3D-Druckern, Mikrocontrollern oder auch klassischen Herstellungswerkzeugen für die Holz- und Metallverarbeitung gebastelt.

Der Düsseldorfer Nachhaltigkeitstreff ist eine Initiative der drei Start-up Unternehmen Biodirekt, Linientreu und der GarageBilk. Der Nachhaltigkeitstreff ist eine B2B Veranstaltung, die viermal im Jahr stattfindet. Nachhaltige Unternehmen, sowie Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, gemeinnützigem Sektor und regionale Akteure sollen bei diesen Treffen aktiv miteinander vernetzt werden, um die Nachhaltigkeit der Region zu stärken.
Da der Nachhaltigkeitstreff Impulsgeber für nachhaltige Lösungen sein soll, orientieren wir uns bei der Auswahl der Referenten stark an Best Practice Beispielen, die als gemeinsame Grundlage dienen sollen, um Nachhaltigkeit umsetzbar und alltagstauglich in der Region zu etablieren, im Gegensatz zu allzu entrückter Theorie. Wir sind dazu immer auf der Suche nach charismatischen und inhaltlich starken Persönlichkeiten (http://nachhaltigkeitstreff.de)
Zur besseren Vernetzung zwischen relevanten lokalen Akteuren arbeiten wir mit ausgestellten Kurzprofilen inkl. Foto der Teilnehmer.


Die GarageBilk ist eines der Pionierunternehmen der Gemeinwohlökonomie. Was bedeutet das und wie fügt sich das für Dich in die Nachhaltigkeitsdebatte und das Konzept „Coworking“ ein?
Die „Gemeinwohl-Ökonomie“ deckt die grundlegenden Elemente einer alternativen Wirtschaftsordnung ab. Ziel ist die Schaffung eines verbindlichen Rechtsrahmens für gemeinwohl-orientiertes Werteschaffen.Wirtschaftlicher Erfolg wird nicht länger mit monetären Indikatoren gemessen, sondern auch mit nichtmonetären, sog. Nutzwertindikatoren. Das bedeutet für Unternehmen, das die Finanzbilanz durch die sog. Gemeinwohl-Bilanz ersetzt wird. Also, je sozialer, ökologischer, demokratischer und solidarischer Unternehmen agieren und sich organisieren, desto bessere Bilanzergebnisse erreichen sie. In die Makroebene übersetzt bedeutet das, je besser die Gemeinwohl-Bilanz-Ergebnisse der Unternehmen in einer Volkswirtschaft sind, desto größer ist das Gemeinwohl-Produkt.
Pionierunternehmen sind Unternehmen, welche die Gemeinwohl-Bilanz erstellen und das Modell heute schon eigenverantwortlich umsetzen. Die GarageBilk ist Mitglied im Arbeitskreis Gemeinwohlbilanz UnternehmerInnen Düsseldorf und erstellt die Bilanz zunächst durch Peer-Evaluation gemeinsam mit anderen Unternehmen. Danach erfolgt eine Auditierung und dann die Veröffentlichung auf der Webseite.
Die Nachhaltigekeitsdebatte ist so komplex wie Ihre Einzelthemen, aber eines wird bei allen Anstrengungen immer wieder sichtbar, sinnvolle und notwendige Umsetzungen scheitern, und zwar nicht am Verständnis, an der Machbarkeit, an finanziellen Mitteln, an Überzeugung, an wissenschaftlichen Nachweisen oder an Mehrheiten, aber eben am Willen der Umsetzung durch maßgebliche Lobbyisten. Wirtschaftliche Interessen bestimmen unsere Verhaltensweisen in hohem Maße. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass ein systemischer Wandel vollzogen werden muss. Eine alternative Wirtschaftsordnung ist für mein Dafürhalten die Basis eines solchen Paradigmenwechsels. Aus Sicht des Nachhaltigkeitsmanagement sind viele Elemente sehr schlüssig und in CSR-Konzepten zumindest angelegt. Als nächstes braucht es vor allem Praxiserfahrungen. Die Erstellung einer Gemeinwohlbilanz, die ein Controlling Instrument für Nachhaltigkeitsstrategien darstellt, ist eine solche Praxiserfahrung und diese suche ich :-)
Das Nachdenken über alternative Wirtschaftssysteme ist Teil der Nachhaltigkeitsdebatte und Nachhaltigkeit ist Bestandteil des Konzepts Coworking. In den geteilten Werten der Coworking-Community, nämlich Kollaboration, Offenheit, Gemeinschaft, Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit liegt die Verbindung. In ebendieser Schnittmenge sehe ich meine Arbeit.


Frau Firdaus Hobbys?
Reisen, lesen, campen, Motorrad fahren, Gartenarbeit, tanzen, Musik hören (Soul, Blues, Jazz).


Hast du Pläne für die Zukunft?
Pläne, gibt’s sowas noch? Wünsche auf jeden Fall... reisen, reisen... reisen und Saxophon spielen lernen.


Beschreibe deine Arbeit in 3 Worten?
Komplex, abwechslungsreich, herausfordernd


Nenne uns etwas ohne das du nicht leben könntest?
Die Sonne.


Hast du einen Lieblingsplatz in Düsseldorf?
Das Cafe Bazzar und die Rheinwiesen.


Dein Hauptcharakterzug?
Unkonventionell


Dein größter Fehler?
Ungeduld


Was wäre für dich das größte Unglück?
Meine Kinder zu verlieren.


Hast Du ein Vorbild?
Buddha


Wie geht es dir heute?
Nach knapp 2 Jahren Erfahrung weiß ich endlich was ich tue! Das fühlt sich gut an... und dank meiner 2 Hosts kann ich mich mehr um die Weiterentwicklung der GarageBilk kümmern. Und das fühlt sich richtig gut an!


Dein Abschlusskommentar?
Gehe erst mal los, der Rest wird sich ergeben... und dann dranbleiben!



Yvonne Firdaus - Coworkingspace GarageBilk - Bilker Allee 217  - 40215 Düsseldorf

Telefon: (0211) 417 403 64 - E-Mail: yvonne.firdaus @ garagebilk.de | www.garagebilk.de  | FabLab: http://garage-lab.de  |
Gemeinwohl Ökonomie: www.gemeinwohl-oekonomie.org




tagesticket verlosung


Interview & Fotografie: Tobias Herx, Christian Laskawi, Julia Mischner

Diese Seite mit anderen teilen